Drei Zimmer, Küche, Diele, Bad: Eine Wohnung mit Optionen zu vermieten

Erfurt/ Weimar: Seit Oktober 2017 arbeiten Architekt/innen und Urbanist/innen der Bauhaus-Universität Weimar in Kooperation mit der Thüringer Aufbaubank und der Weimarer Wohnstätte unter der Schirmherrschaft des Thüringer Ministeriums für Infrastruktur und Landwirtschaft an einem Modell für das Wohnen in der Zukunft. Ziel ist es zu zeigen, dass drei Zimmer, Küche, Diele und Bad verschiedene Optionen für heutige und zukünftige Lebensmodelle bieten können.

Dabei verwandelten Studierende der Architektur und Urbanistik eine Wohnung in der Asbachstraße 32 in Weimar zunächst für ein Semester in einen Arbeits-, Diskussions- und Ausstellungsraum. Aufbauend auf ihren Überlegungen und Entwürfen wurde 2018 ein Modell entwickelt, das Raum für privates Wohnen, Leben und Arbeiten, aber auch für nachbarschaftliche Angebote bietet. Aus Sicht der Studierenden ist diese flexible Nutzbarkeit von Räumen, aber auch die Möglichkeit gemeinschaftlicher Aktivitäten genau das, was das Wohnen in einer zunehmend individualisierten und älter werdenden Gesellschaft in der Zukunft ausmacht.

„Die Gesellschaft verändert sich und mit ihr auch die Ansprüche an Wohnräume. Derzeit sind energetische Sanierung, Barrierereduzierung und Bezahlbarkeit die Hauptthemen. In Zukunft wird die Frage nach flexibel nutzbaren Wohnraum an Bedeutung gewinnen und zwar auch in Standardwohnungen. Denn die Arbeitswelt wird sich mit der Digitalisierung enorm verändern, und es werden in der breiten Bevölkerung Bedürfnisse nach neuen Möglichkeiten entstehen, wie sich Wohnen und Arbeiten miteinander räumlich verbinden lassen. Wichtig finde ich auch, dass hier untersucht wird, ob und wie eine neue Wohnraumflexibilität das soziale Miteinander befördern kann. Hier wird die Chance genutzt, Wohnen neu zu denken“,
sagt Ministerin Birgit Keller vorab.

Ab dem 1. Februar 2019 geht das Projekt in die nächste Runde: Es werden Bewohner/innen gesucht, die in der „Wohnung mit Optionen“ leben und Ideen für die Nachbarschaft entwickeln, organisieren und umsetzen möchten. Die Wohnung kann ihnen also dazu dienen, eigene (nicht-gewerbliche) Angebote an die Nachbarschaft zu richten – oder aber sie wird der Nachbarschaft in Teilen als ein gemeinschaftlicher Raum angeboten, in dem andere aktiv werden können. Dank einer finanziellen Unterstützung der Thüringer Aufbaubank werden die zukünftigen Bewohner/innen im Gegenzug für die Dauer von 24 Monaten keine Kaltmiete entrichten müssen.

Dieses Modell für das Wohnen in der Zukunft stellen die Projektpartner nun im Rahmen einer Kick-off-Veranstaltung in der bisher unsanierten Wohnung vor und laden zum Austausch ein.

Freitag, 1. Februar 2019
16-17.30 Uhr
Asbachstraße 32 in Weimar

www.facebook.com/events/2294493734169491/


Gleichzeitig dient der Termin als Startschuss für die Bewerbungsphase, in der bis zum 15. März 2019 Konzepte eingereicht werden können. Dabei interessiert uns zunächst, was die Bewerber/innen persönlich motiviert, am Projekt „Drei Zimmer, Küche, Diele, Bad“ teilzunehmen. Außerdem sind sie angehalten, ihr Konzept für die „Wohnung mit Optionen“ darzulegen. Die vielversprechendsten Konzepte werden im Mai 2019 persönlich präsentiert. In diesem Zusammenhang können die Bewerber/innen die Wohnung, die Nachbarschaft und uns kennenlernen. Auch die Entscheidung wird im Mai getroffen, so dass etwaige Kündigungen bei bestehenden Mietverhältnissen vorgenommen werden können und ein Einzug zum 1. September 2019 möglich wäre.

Weitere Informationen und das Bewerbungsformular sind ab dem 1. Februar 2019 unter www.uni-weimar.de/3zkdb zu finden.